Die Daseinsgruppen (sk: Skandhas, Haufen) sind eine Beschreibung des sehr komplexen Systems unserer Persönlichkeit:
1. Die Körperlichkeitsgruppe (sk: Rupa)
2. Die Gefühlsgruppe (sk: Vedana)
3. Die Wahrnehmungsgruppe (sk: Samjna)
4. Die Gruppe der Geistesformationen (sk: Samskara)
5. Die Bewusstseinsgruppe (sk: Vijnana)
Die Körperlichkeitsgruppe:
Alles Materielle. Die vier Grundelemente: Erde (Festes), Wasser (Flüssiges), Feuer (Wärme), Wind (Bewegung). Die 6 Sinnesorgane: Auge, Ohr, Nase, Zunge, Tastsinn, Denkorgan.
Die körperlichen Sinnesobjekte: Sehobjekt, Hörobjekt, Riechobjekt, Schmeckobjekt, Weiblichkeit, Männlichkeit, Lebensfähigkeit, Herz, körperliche Äußerung, sprachliche Äußerung, Raumelement, körperliche Beweglichkeit, körperliche Geschmeidigkeit, körperliche Gefügigkeit, körperliches Wachsen, körperliche Kontinuität, körperlicher Verfall, körperliche Vergänglichkeit, stoffliche Nahrung.
Die Gefühlsgruppe:
Körperliches Wohlgefühl, körperliches Schmerzgefühl, geistiges Wohlgefühl, geistiges Schmerzgefühl, neutrales Gefühl. (Angenehm – unangenehm – neutral.)
Wir berühren mit unseren körperlichen Organen die Außenwelt. Die Sehfähigkeit des Auges berührt das Objekt, das es betrachtet. Dadurch entstehen drei Empfindungen, angenehm, unangenehm und neutral. Diese kommen teilweise auch aus genetisch vererbten Instinkten.
Die Wahrnehmungsgruppe:
Form-, Ton-, Geruchs-, Geschmacks-, Tastwahrnehmung und geistige Wahrnehmung. Äußere und innere Objekte werden identifiziert und eingeteilt. Muster bilden sich.
Die Gruppe der Geistesformationen:
Der Wille. Interessen, Impulse, Sehnsüchte, Absichten. Es gibt 50 Geistesformationen, unterteilt in 11 Allgemeine, 25 Edle und 14 Unheilsame. Die Wahrnehmung wird interpretiert und es bilden sich Konzepte und Meinungen.
Die Bewusstseinsgruppe:
Seh-, Hör-, Riech-, Körper-, Schmeck-, und Geist-Bewußtsein.
Werden wir uns unserer Willenstätigkeit gewahr, entsteht Bewusstsein. Es entsteht sozusagen ein Selbst, aus den vier ersten Daseinsgruppen.
Buddha wollte uns damit zeigen, dass der Mensch ein sich ständig ändernder Prozess ist und keine dauerhafte Substanz hat, keinen Kern, kein Selbst. Die Persönlichkeit ist ein Prozess, eine Halluzination; der Mensch ist ich-los, ohne festes Selbst und ohne dauerhafte Seele. Leer von einer eigenständigen Existenz, zusammengesetzt aus den 5 Skandhas. Diese Ich-Losigkeit wird als Anatman bezeichnet. Die illusorische Annahme eines festen Ich-Kerns ist die Ursache allen Leidens und aller Probleme. Da es keine dauerhaft exitierende Seele gibt, gibt es folglich auch keine Reinkarnation dieser Seele. Was weiter gegeben wird sind „nur“ karmische Muster, Karma-Früchte.
Die Wiedergeburt eines erleuchteten Meisters ist aus klassisch buddhistischer Sichtweise also aus zweierlei Sicht unlogisch. Erstens gibt es keine Essenz des Meisters, die wiedergeboren werden könnte und zweitens hat der Meister ja sein Karma bei seiner Erleuchtung zum erliegen gebracht; es gibt auch da nichts, was wieder reinkarnieren könnte.