Wozu Buddha-Weg?
Allen Richtungen im Buddhismus haben eines gemeinsam: “Lass das sein, was negativ ist und konzentriere dich auf das Positive, auf das Gute. Halte deinen Geist und dein Herz rein!”
Sicher ist es das Ziel, Erleuchtung zu erlangen. Doch geht es in dem spirituellen Weg auch darum,
- ein besserer Mensch zu werden,
- zu lernen, mit Problemen umzugehen, ohne sich zu verstricken,
- bei Sorgen und Lebenskrisen Halt zu bekommen,
- negative Emotionen zu integrieren
- und, das Wichtigste, die innere Freude zu finden.
Und die Erleuchtung?
Gemäß dem Ansatz des Reinen Land Buddhismus (Jodo) ist das Ziel einfach und direkt. Bist du Amitabha Buddha (jap. Amida Nyorai) gewahr, rezitierst du sein Mantra, kannst du deinen Geist beruhigen und durch das Tor der Stille in die Weisheit eintreten. So wirst du wiedergeboren im Reinen Land des Buddhas, d.h. in deinem eigenen reinen Geist, und eventuell selbst ein Buddha werden.
Mit “den Geist beruhigen und reinigen” ist gemeint, dass wir die drei Geistesgifte Gier, Hass und Unwissenheit schrittweise transformieren. Diese Geistesgifte sorgen für die Probleme und das Leid, das wir erfahren. In dem wir sie transformieren, überwinden wir auch das größte Leid in unserem Leben, den Tod.
Das Jodo Tendai geht noch über die einfache Rezitation des Mantras Amitabha Buddhas hinaus. In der Geheimlehre des Mikkyo (Vajrayana-Mantrafahrzeug) arbeiten wir mit unseren inneren Energiezentren und schießen unser Bewusstsein direkt in das Herz Amitabhas. Das ist das zehnte Siegel des Kuji-In. Diese Praxis ist im Westen meist aus der indo-tibetischen Tradition als Phowa bekannt. Der wichtige Unterschied: Buddha Amitabhas Reines Land ist hier und jetzt, in unserem Geist. Kein Land, in das wir erst in Zukunft gelangen.
Das Ziel des Buddha-Weges ist die Erleuchtung zu erlangen. Die Vorbedingung für die Erleuchtung ist das Bodhichitta, der Erleuchtungsgeist. Das Streben, Erleuchtung zum Wohle aller Lebewesen zu erlangen.
Weil wir teilweise unterschiedliche Anlagen und Kapazitäten haben, gibt es verschiedene Ebenen der Belehrungen Buddhas und verschiedene Techniken. All diese Methoden sind passende Mittel für verschiedene Individuen mit verschiedenen Problemen zu unterschiedlichen Zeiten – alle sind perfekt und in sich komplett. Innerhalb jeder Methode, hängt der Erfolg von der Tiefe der Übung und dem Verständnis der Übenden ab; d.h., von seinem eigenen Geist. Gemäß dem umfassenden Ansatz des Ekayana, sind im Jodo Tendai verschiedene Methoden und Techniken integriert und wir schauen uns die gesamten 5 Lehrperioden Buddhas an.
Ist der Buddha-Weg Leid?
Nein. Buddha sprach zwar im Kleinen Fahrzeug (Hinayana) vom Leid, um klar zu machen, wo unsere Probleme liegen. Das Jodo Tendai ist ein freudvoller Weg, ist der Vajra-Weg! Der Diamant, der Vajra, ist in uns – ist unsere Kraft und Verantwortung, unsere Klarheit und unsere Glückseligkeit.
“Jodo” ist das Reine Land von Amida Buddha (Amitabha). “Tendai” ist der Berg südlich von Shanghai, auf dem von Chih-I vor ca. 1500 Jahren auf Basis des Lotus-Sutras und der Lehren von Nagarjuna die Tendai-Schule (chin. Tientai, Himmelspagode) gegründet wurde.
Mehr dazu auf meiner Webseite Jodotendai.de.
